In Marokko
(gewidmet meiner lieben Gabi; Januar 1988)

Der Tag zum Abend neigend
geht über dann zur Nacht.
Der Mond erhebt sich schweigend
mit ungeheuerer Macht.

Sein Schein ist warmes Licht -
dort sucht man Geborgenheit.
Doch man erreicht ihn nicht,
er ist ja doch so weit.

Mitten ins Sternenmeer hinein
erkämpft er sich die Bahn,
so dass man seinen Schein
in fernem Lande sehen kann.

Im fernen Land, in Marokko nun,
dort ist meine Braut;
in Agadir, um auszuruh'n.
Ob sie wohl zum Himmel schaut?

Blickten wir mit unseren Augen
nach dem Mond an seinem Ort,
träfen sich, man kann's kaum glauben,
uns'rer beider Blicke dort!

Doch ist es nur ein Traum,
der uns vereinen kann,
gleichwohl man kaum
den Mond ergreifen kann!

Ihre Gegenwart ist Licht -
dort suche ich Geborgenheit.
Doch ich erfahr' sie nicht,
sie ist ja doch so weit.